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Mein Tipp bei Husten

Spitzwegerichtee ist ein hervorragendes Mittel gegen Husten, er wirkt schleimlösend, hustenhemmend und bekämpft Bakterien und ist auch für Kleinkinder geeignet.

Geben Sie 1 EL zerkleinerte, getrocknete Spitzwegerichblätter auf 1 Tasse heißes Wasser und süßen Sie den Tee mit etwas Honig.




Geschichte der Heilpflanzen


Schon Jäger und Sammler kannten die Heilwirkung verschiedener Pflanzen. Beim "Ötzi", der Gletschermumie vom Tisenjoch beispielsweise wurden Birkenporlinge gefunden, ein Pilz gegen Magen-Darm-Beschwerden. In alten Schriften aus China, Indien, Babylonien, Ägypten finden sich Beschreibungen über den Einsatz und die Wirkung verschiedener Pflanzen.

In Europa finden sich die ersten Aufzeichungen um etwa 1000 nach Christus; im Mittelalter waren es vor allem Mönche und Nonnen, die das Wissen über die heilende Wirkung von Pflanzen hatten, ergänzten und weitergaben. Sie waren es auch, die Heilpflanzen einsetzten und ihren Mitmenschen viel Leid und Elend ersparten. Die mittelalterlichen Klostergarten, aber auch im Bauerngarten wurden neben Gemüse verschiedene Kräuter wie Kamille, Lavendel, Thymian und Rosmarin, Origano, Zitronenmelisse, Lorbeer angebaut.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlebten die Heilpflanzen durch den Schweizer Priester Johann Künzle und den Pfarrer Sebastian Kneipp einen neuen Aufschwung, aber erst in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann dann die Wissenschaft die Wirkung von Pflanzen und deren Wirkstoffe zu untersuchen und daraus zahlreiche Präparate zu entwickeln. Nicht zuletzt auf Grund dieser Erkenntnisse vertrauen heute immer mehr Menschen der heilenden Wirkung von Heilpflanzen. Allein in Deutschland werden pro Jahr an die 45.000 Tonnen Heilpflanzen verbraucht.

 

Die Großen der Heilpflanzenkunde

Die heilende Wirkung von Kräutern und Pflanzen ist den Menschen schon seit Jahrtausenden bekannt, sogar im Tierreich gibt es Anzeichen, dass gewisse Pflanzen in bestimmten Situationen bevorzugt gefressen werden. So trägt die Schafgarbe ihren Namen auf Grund der Beobachtung, wonach Schafe die Pflanze bei Erkrankungen bevorzugt fressen.

Hippokrates von Kos

Die erste bekannte Persönlichtkeit, die sich mit der Wirkung von Pflanzen systematisch befasste, war der griechische Arzt Hippokrates (460-377 vor Christus). Er gilt als der Vater der Naturheilkunde. Einige hundert Jahre später verfasste der griechische Arzt Dioskurides um Christi Geburt die "De materia medica", wo er rund 600 Pflanzen, darunter auch viele Heilpflanzen beschrieb. Dieses Werk war bis ins Mittelalter Standard und beeinflusste die Pflanzenheilkunde. Der ebenfalls aus Griechenland stammende Arzt Galen (129 bis 216 nach Christus) verfasste die "Methodi medendi". Er vertrat die Vier-Säfte-Theorie nach der der Mensch aus "vier Säften" besteht. Bei einem Ungleichgewicht der Säfte gilt der Mensch als krank. Ein anderer bekannter Mediziner war Avicenna. Er lebte um 1000 nach Christus und versuchte die Erkenntnisse der griechischen, römischen und persischen Medizin zu vereinen. Auch stellte er Regeln zum Test neuer Medikament auf.

Hildegard von Bingen

Bereits zu Lebzeiten wurde Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) wie eine Heilige verehrt. Sie war Benediktinerin (ab 1136 Äbtissin) und befasste sich in ihren Werken mit Pflanzenheilkunde, Religion, Musik und Kosmologie. Sie brachte das damalige akademische, medizinische Wissen mit dem der Volksmedizin zusammen und benutzte die volkstümlichen Pflanzennamen. Ihr Wesen und Werk wird auch heute noch von Wissenschaftlern weltweit erforscht, ihre Werke zählen zu den Standardwerken der Naturheilkunde.

Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus

Besser bekannt unter dem Namen Paracelsus (1493 bis 1541) ist der Arzt und Naturheilkundler, Philosoph, Astronom und Alchemist Theophrastus Bombastus von Hohenheim aus der Schweiz. Nach Paracelsus sind die Grundlagen der Medizin die Natur und Gott. In seinem Werk "Grosse Wunderartzney" beschrieb er viele Heilpflanzen und deren Anwendung zur Behandlung von Krankheiten. Die Lehre des Galen von den vier Säften lehnte er ab, wodurch er in Konflikt mit den etablierten Medizinern geriet. Sein Werk wirkt auch heute noch nach. Zahlreiche Kliniken, medizinische Einrichtungen und Ausbildungsstätten sind nach ihm benannt.1543 wurde das wichtigste deutsche Heilkräuterbuch verfasst: das "New Kreüterbuch" von Leonhart Fuchs. Er hatte es ein Jahr zuvor schon auf Lateinisch veröffentlicht, wollte aber allen Menschen - auch denen, die der lateinischen Sprache nicht mächtig waren - sein Wissen zugänglich machen. Hunderte heimische und exotische Pflanzen werden in dem Werk beschrieben und detailliert aufgezeichnet.

Pfarrer Sebastian Kneipp

Der Priester und Heiltherapeut Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) ist der Namensgeber der Kneipp-Kur, deren Kernstück Wasserkuren und Wassertreten sind und die auch heute noch häufig angewendet wird. Während einer Tuberkuloseerkrankung las Kneipp von der Heilkraft des frischen Wassers, badete mehrfach kuz im eiskalten Wasser und wurde gesund. Die Wasserkuren waren damals bereits bekannt - Kneipp aber verhalf ihnen europaweit zum Durchbruch und kam vielfach mit den etablierten Medizinern in Konflikt. Zahlreiche Bäder entstanden und boten Wasserkuren nach Kneipp an. Heute bieten weltweit zahlreiche Einrichtungen Wasserkuren nach Kneipp, es gibt sogar Kneippkurorte. Allein in Deutschland gibt es mehr als 600 Kneippvereine. Die Bücher von Sebastian Kneipp werden auch heute noch verlegt und erreichen weltweit Millionenauflagen. Bekannt für seine Wasseranwendungen, widmete er sich im 19. Jahrhundert auch der Pflanzenheilkunde. Bis heute gibt es pflanzliche Produkte, die unter seinem Namen verkauft werden.

Ebenfalls auch heute noch populär ist Johann Künzle (1857-1945), ein Schweizer Pfarrer. Neben zahlreichen Publikationen über die Pflanzenheilkunde gab er die Monatszeitschrift "Salvia" über Heilkräuter heraus, hielt zahlrreiche Vorträge und zog einen Kräuterhandel auf. Das Buch "Chrut und Uchrut" ist heute noch ein Standardwerk der Phytomedizin und wurde weltweit millionenfach verkauft.